„Das wird mein Abenteuer“

Als Zivi nach Bolivien: Lukas Flugel aus Penzberg betreut Aufforstungsprojekt Penzberg – Eine karge und baumlose Hochebene in den Anden das erwartet den Penzberger Lukas Flugel in den nächsten 15 Monaten. Im März reist der 21-Jährige nach Bolivien, um dort seinen Zivildienst zu leisten. Er pflanzt Bäume für die Organisation ,,Bäume für Menschen – Trees for the World”, die ihren ‘Sitz in Weilheim hat, ein Aufforstungsprojekt mit pädagogischen- Hintergrund. Die Vorfreude ist Lukas Flugel anzumerken: ,,Das Fernweh scheint bei dem gebürtigen Frankfurter, der seit Kindesalter in Penzberg lebt, ein permanenter Zustand zu sein. ,,Ich rede schon seit Jahren, dass ich weg will. ”

Beim Zivildienstamt meldete er sich für einen als Zivildienst anerkannten ,,Anderen Dienst im Ausland” und bewarb sich bei über 60 Organisationen. ,,Ursprünglich wollte ich nach Uganda”, so der Afrika-Fan. Im vorigen August stieß der Fachabiturient, der schon im Landschaftsgartenbau gearbeitet hat, auf die Weilheimer Organisation ,,Bäume für Menschen – Trees for the World”, die in Namibia ein großes Aufforstungsprojekt Betreibt.

Als Zivildienstleistender wird Lukas Flugel das neue Projekt der Organisation in dem südamerikanischen Andenstaat betreuen. ,,Es steckt noch in den Babyschuhen”, sagt er. Ziel sei nicht nur, die vom dortigen Bürgermeister Gerri Pablo zur Verfügung gestellten zehn Hektar Land aufzuforsten. ,,Das ist gleich passiert.” Sinn der Sache sei auch, in die Schulen zugehen und den Kindern einen Bezug zu Bäumen beizubringen, damit sie in ihnen einen Wert sehen. Vorstellen könnte er sich etwa, bei der Schule einen Obstbaum zu pflanzen, den die Kinder täglich gießen. Denn Bäume haben auf der 4 000 Meter hohen Ebene in der Provinz Santiago de Huari Seltenheitswert. Sie fielen während der Kolonialzeit dem Bergbau zum Opfer. Bäume haben Seltenheitswer Angelegt werden soll auch ein Waldlehrpfad, in dem Schulklassen heimische Bäume kennen lernen, so Gottfried Brenner, Vorsitzender der Organisation.

Ausgehend von der Mutterbaumschule wird zudem ein Netzwerk an Zweigbaumschulen entstehen auch im Tiefland, wo es noch Dschungel gibt. Man müsse Bewusstsein für den Wert der Wälder schaffen, so Brenner. Der junge Zivi ist in Bolivien nicht allein: Laut Brenner wird er von deutschen Diplom-Förstern unterstützt und beraten, unter anderem von der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) und dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED). Das Projekt finanziert sich aus Spenden. Zurzeit steckt Lukas Flugel mitten in der Vorbereitung: Er hat in Madrid Spanisch gelernt und sich dafür selbst in Uni-Vorlesungen gesetzt, sich bei Diplomförster Anton Suttner, Projekteiter für Deutschland, Wissen über Aufforstungen angeeignet und sich über das Land informiert. Diese Woche wird er bei der Bayerischen Staatszuchtanstalt in Teisendorf geschult.

Natur-Begeisterung bringt Lukas Flugel, der Snowboardlehrer war mit. „Ich bin ein wahnsinniger Bergsteiger“, sagt der Penzberger, der Bergläufe, zwei Alpenüberquerungen mit dem Rad und hochalpinen Klettereien hinter sich hat. „Deshalb macht mir das karge Land nicht aus, wahrscheinlich bin ich fasziniert “. Bauchkribbeln? „Es sind Gemischte Gefühle, einerseits Angst, aber auch Stolz, dass ich die Stelle bekommen habe“.

Bäume für Menschen

Das Vorbild für das jetzt in Bolivien startende Aufforstungsprojekt der Organisation „Bäume für Menschen – Trees for the World“ hat seinen Anfang im Jahr 1999 genommen. Damals richtete Gottfried Brenner, Vorsitzender der in Weilheim beheimateten Organisation. Eine Baumschule in Namibia ein. Dort sind große ehemals mit Wald bedeckte Flächen entwaldet. Die Stadt Ondangwa stellte ein zirka fünf Hektar großes Areal zur Verfügung.

Die Leitung hat ein deutscher Forstwirt oder Manager inne. Seit 2001 sind auch dort auch Zivildienstleistende tätig. Eng kooperiert wird mit der lokalen Forstverwaltung. Gezüchtet werden heimische Laubbäume. Die namibischen Mitarbeiter erhalten eine fachmännische Ausbildung. Die Baumschule ist öffentlich zugängig und verkauft Pflanzengut. Begleitend wird in Schulen und Kindergärten Umweltpädagogik betrieben. Ein Waldlehrpfad dient der Kinder- und Erwachsenenbildung. Hohen Besuch erhielt das Projekt bereits von Namibias Projekt bereits von Namibias Staatspräsidenten. In der Umgebung werden zudem Zweigbaumschulen gegründet, die ein Netzwerk von ökologischen Inseln bilden und von der lokalen Bevölkerung geführt werden. Das Projekt wird von den Sponsoren unterstützt, die Baumschulenpatenschaften übernehmen

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