{"id":1299,"date":"2014-04-14T11:49:17","date_gmt":"2014-04-14T09:49:17","guid":{"rendered":"http:\/\/baeume.de\/?p=1299"},"modified":"2015-10-16T15:21:08","modified_gmt":"2015-10-16T13:21:08","slug":"trees-for-the-world-ein-gespraech-mit-gottfried-brenner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/baeume.de\/de\/blog\/trees-for-the-world-ein-gespraech-mit-gottfried-brenner.html","title":{"rendered":"Trees for the World \u2013 Ein Gespr\u00e4ch mit Gottfried Brenner"},"content":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2>Es war eine Baumschule in Afrika &#8230;<\/h2>\n<p>\u201eB\u00e4ume f\u00fcr Menschen \u2013Trees for the World\u00ae\u201c ist eine international angesehene Nichtregierungsorganisation (NGO) mit Sitz in Weilheim, Oberbayern. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, der Gef\u00e4hrdung der Ressource Wald als Grundlage menschlichen Lebens auf der Erde entgegenzuwirken. Die Umweltorganisation ist, transparent nach den Richtlinien des DZI, global ausgerichtet und seit 1996 in der Entwicklungshilfe auf dem afrikanischen Kontinent t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Vorstandsvorsitzender und Initiator von \u201eB\u00e4ume f\u00fcr Menschen \u2013 Trees for the World\u00ae\u201c ist Gottfried Brenner. Elisabeth Morgenstern traf ihn vor Ort in seinem B\u00fcro in Weilheim \/ Oberbayern und fragte ihn, wie er vor 20 Jahren eigentlich auf die Idee kam, ausgerechnet in Afrika eine Baumschule zu gr\u00fcnden. Seine Antwort erz\u00e4hlt die spannende Geschichte eines Mannes, der aus seinem Kindheitstraum ein international erfolgreiches Umweltprojekt machte.<\/p>\n<p>Herr Brenner, ich falle jetzt gleich mal mit der T\u00fcr ins Haus: Was brachte Sie dazu, ausgerechnet in Afrika eine Baumschule zu gr\u00fcnden?<br \/>\nDa kamen eigentlich drei Faktoren zusammen. Als kleiner Bub war ich gro\u00dfer Tarzan-Fan. Meine Faszination f\u00fcr die Geschichte dieses \u201eWaldmenschen\u201c blieb mir erhalten und so auch mein Traum, einmal auf seinen Spuren zu wandeln. Ich war 27, als mein Arbeitgeber mir die Chance gab, eine Auszeit vom Berufsleben zu nehmen und so machte ich mich auf den Weg nach Namibia. Ich landete in Windhoek, kaufte mir dort einen VW-Bus und fuhr dann quer durch den afrikanischen Kontinent zur\u00fcck nach Hause.<\/p>\n<p>Das erkl\u00e4rt Ihren Bezug zu Afrika. Aber wie kam es zur Baumschule?<br \/>\nNun, neben Tarzan waren B\u00e4ume schon immer meine gro\u00dfe Leidenschaft. Ich hatte als Kind auch eine klare Vorstellung davon, was ich sp\u00e4ter einmal werden wollte, n\u00e4mlich F\u00f6rster. Ich wollte mit dem Wald und mit Tieren arbeiten. Quasi als berufsvorbereitende Ma\u00dfnahme begann ich deshalb als kleiner Bub, im Obstgarten meines Vaters B\u00e4ume zu pflanzen. Was regelm\u00e4\u00dfig zu Streit f\u00fchrte, denn mein Vater senste die Spr\u00f6sslinge immer wieder ab. Er war der Meinung, das sei schlie\u00dflich ein Obstgarten und kein Wald. Meine Mutter zeigte allerdings Herz f\u00fcr mein kindliches Baumschul-Projekt und rettete stets aufs Neue ein Exemplar. Heute w\u00e4chst in diesem Garten tats\u00e4chlich ein kleiner Wald.<\/p>\n<p>Das war dann also Ihr erstes Baumschulprojekt?<br \/>\nJa, wenn Sie so wollen, auf jeden Fall war es der zweite Baustein auf dem Weg zur Gr\u00fcdung von \u201e<a href=\"http:\/\/baeume.de\/\">B\u00e4ume f\u00fcr Menschen \u2013 Trees for the World\u00ae<\/a>\u201c. Der dritte formte sich w\u00e4hrend einer Adventsfeier im Jahr 1993. Damals war ich bereits Bezirksleiter der Deutschen Beamtenversicherung mit eigenem B\u00fcro. Ich sa\u00df mit alten Freunden und Bekannten in einem weihnachtlich reich dekorierten Lokal, betrachtete die ganze glitzernde Pracht um mch herum und dachte: \u201eJetzt sitzt\u2019 scho wieder hier und hast noch immer nix Gscheits in deinem Leben gemacht.\u201c Na ja, und dann hatte ich die z\u00fcndende Idee: \u201eIch gr\u00fcnde eine Baumschule in Afrika!\u201c Ich hab\u2019s auch gleich laut gesagt, was meine Freunde einhellig mit \u201edu spinnst!\u201c kommentierten.<\/p>\n<p>Und wie ging\u2019s dann weiter?<br \/>\nIch blieb dabei. Gleich am Montag nach dieser Adventsfeier nahm ich Kontakt zu einigen afrikanischen Botschaften auf: Malawi, Kenia und Namibia. Alle drei zeigten durchaus Interesse an diesem Projekt und baten um eine schriftliche Anfrage. Nachdem die Schreiben losgeschickt worden waren, kam tats\u00e4chlich eine Antwort zur\u00fcck \u2013 aus Namibia.<\/p>\n<p>Wie, das klappte dann ganz einfach so?<br \/>\nNein, nat\u00fcrlich war das erst ein allererster Anfang. Um in Namibia eine Baumschule er\u00f6ffnen zu k\u00f6nnen, brauchte ich zun\u00e4chst eine entsprechende forstwirtschaftliche Studie. Und ich musste viele weitere Beh\u00f6rden und Institutionen von meiner Idee \u00fcberzeugen. So nahm ich Kontakt auf mit der DSE \u2013 Deutsche Stiftung f\u00fcr Internationale Entwicklung, heute GIZ \u2013 Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit, und mit Prof. Dr. Hans Lamprecht, einem Experten f\u00fcr den tropischen Wald. Man zeigte sich durchaus angetan von meiner Idee. Prof. Dr. Ralph Mittl\u00f6hner von der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, ebenfalls Experte f\u00fcr tropischen Waldbau, erarbeitete dann einen passenden Fragenkatalog.<\/p>\n<p>Da waren also schon mal namhafte Experten mit im Boot. Doch wie kam der Fragenkatalog nach Namibia?<strong><br \/>\n<\/strong>Die namibische Botschaft, damals noch in Bonn, organisierte eine F\u00f6rsterin mit Dienstauto vor Ort. So stand der Studie und einer Beantwortung des Fragenkatalogs nichts mehr im Weg. Ich fuhr gemeinsam mit der F\u00f6rsterin drei Wochen lang Tausende von Kilometer quer durch den bewaldeten Norden Namibias \u2013 so lange und so weit, bis alle Fragen beantwortet waren. Zur\u00fcck in Deutschland f\u00fchrte ich die Antworten zusammen, verfasste die Studie und schickte sie an das BMZ \u2013 Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung \u2013 sowie die GTZ \u2013 Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Technische Zusammenarbeit, heute Teil der GIZ.<\/p>\n<p>Jetzt waren also die Beh\u00f6rden am Zug, sicher keine einfache Phase?<br \/>\nSollte man meinen, aber da zogen nun wirklich viele mit mir an einem Strang. Zudem erwies sich der Zeitpunkt als perfekt, das Projekt stand unter einem guten Stern. Denn 1995 war ein Staatsbesuch des damaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl beim namibischen Staatspr\u00e4sidenten Sam Nujoma geplant. Im BMZ arbeitete man sich durch die Studie, sogar \u00fcbers Wochenende. BMZ und GTZ befanden die Idee f\u00fcr gut \u2013 der Kommentar der Chefetage: \u201eJetzt wissen wir \u00fcber die Forstwirtschaft in Namibia Bescheid.\u201c Ich belagerte au\u00dferdem die Zust\u00e4ndigen f\u00fcr Natur und Umwelt im Bundeskanzleramt solange, bis man mir endlich versprach, die Studie an den Bundeskanzler weiterzuleiten. Tats\u00e4chlich sprach der beim Treffen mit Sam Nujoma \u00fcber die Idee, in Namibia eine Baumschule zu gr\u00fcnden. Damit war der Startschuss f\u00fcr das Projekt gefallen.<\/p>\n<p>Wann und wie wurde dann tats\u00e4chlich eine Baumschule Realit\u00e4t?<br \/>\n1996 wurde die Organisation \u201eB\u00e4ume f\u00fcr Menschen \u2013 Trees for the World\u00ae\u201c in Deutschland gegr\u00fcndet. Bis die Baumschule in Namibia gebaut werden konnte, vergingen aber nochmal drei Jahre, denn die Suche nach einem geeigneten Standort gestaltete sich schwieriger als zun\u00e4chst gedacht. Das lag zum einen daran, dass ich damals immer nur vier Wochen am St\u00fcck vor Ort sein konnte und somit eine kontinuierliche Suche nicht m\u00f6glich war. In der restlichen Zeit war es sehr schwierig, mit den namibischen Gemeinden vor Ort in Kontakt zu bleiben. Zum anderen wurde zun\u00e4chst in Zentral-Namibia nach einem Platz f\u00fcr die Baumschule gesucht. Erst sp\u00e4ter erkannte man, dass sich der Norden des Landes wesentlich besser eignete.<\/p>\n<p>Warum eignete sich der Norden des Landes besser?<br \/>\nGanz einfach, weil dort B\u00e4ume fehlten. Trotzdem war es nicht so leicht, eine Gemeinde zu finden, die sich von der Idee begeistern lie\u00df, das notwendige Land zur Verf\u00fcgung hatte und die schlie\u00dflich auch noch mitmachte. 1999 waren auch diese Probleme gel\u00f6st und die <a href=\"http:\/\/baeume.de\/trees-for-the-world\/mutterbaumschule\">Baumschule in Ondangwa<\/a> konnte gebaut werden.<\/p>\n<p>Hat sich die Politik auch weiterhin f\u00fcr das Projekt zumindest interessiert?<br \/>\nTats\u00e4chlich war Sam Nujoma, damals noch Pr\u00e4sident der Republik Namibia, von dem Projekt sehr \u00fcberzeugt und besuchte die Baumschule wiederholt. Er hat seinerseits auch \u201eB\u00e4ume f\u00fcr Menschen \u2013 Trees for the World\u00ae\u201c immer wieder eingeladen. Sp\u00e4ter holte er unsere Baumschule auch f\u00fcr das \u201e<a href=\"http:\/\/baeume.de\/trees-for-the-world\/ombuga-grasland-tree-planting-project\">Ombuga Grasland Tree Planting Project<\/a>\u201c (OGTPP) mit ins Boot. Wir lieferten die B\u00e4ume f\u00fcr das Projekt.<\/p>\n<p>Hatte das einen besonderen Grund?<br \/>\nUnsere Baumschule arbeitet mit dem sogenannten \u201e<a href=\"http:\/\/baeume.de\/luftwurzelschnitt\">Luftwurzelschnitt<\/a>\u201c. Der sorgt daf\u00fcr, dass die Pfahlwurzel der Spr\u00f6sslinge, sobald sie eingepflanzt werden, vertikal Richtung Grundwasser und nicht spiralf\u00f6rmig weiterw\u00e4chst. In Namibia, wo es ein halbes Jahr nicht regnet, ist es sehr wichtig, dass die Wurzeln m\u00f6glichst schnell das Grundwasser erreichen. Die B\u00e4ume aus unserer Baumschule eignen sich also besonders gut f\u00fcr dieses trockene Land: Ihre Wurzeln finden auf schnellstem Weg Richtung Grundwasser.<\/p>\n<p>Das Projekt ist also definitiv im Land angekommen und angenommen?<br \/>\nJa, das kann man so sagen. Auch der neue Staatspr\u00e4sident, Hifikepunye Pohamba, hat die Baumschule noch als Minister schon mehrfach besucht. Ich traf ihn in seiner Funktion als Staatspr\u00e4sident einmal in Stuttgart und wurde von ihm nach Namibia in das Statehouse eingeladen. Dennoch w\u00fcrde alle Unterst\u00fctzung von Seiten des namibischen Staates und der deutschen Bundesregierung nichts helfen, g\u00e4be es nicht das Wohlwollen der Bev\u00f6lkerung direkt vor Ort. Der Biodiversit\u00e4tswald, der etwa 13 Kilometer entfernt von der Baumschule in Ondangwa aufgeforstet wurde, kann nur in Ruhe weiterwachsen, weil niemand dort illegal B\u00e4ume abholzt oder seine Herden hindurchf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Erforderte das viel \u00dcberzeugungskraft?<br \/>\nEin solcher Respekt von Seiten der Dorfgemeinde und die damit einhergehende Kooperation ist keineswegs selbstverst\u00e4ndlich. Zu verdanken haben wir die positive Resonanz einer \u00e4lteren Frau, die von ihrer Dorfgemeinde \u201eOma\u201c genannt wird. Sie wohnt neben dem Wald und wacht \u00fcber ihn. Sie meldet L\u00f6cher im Zaun, durch die Ziegen hinein gelangen k\u00f6nnten und weist Kinder zurecht, die \u00c4ste abbrechen. Ihr Wort und ein K\u00f6nigsgrab, das dort verborgen ist, haben soviel Gewicht, dass sie f\u00fcr weitaus mehr Schutz sorgen, als es jeder bewaffnete W\u00e4chter oder eine mannshohe Betonmauer k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wie konnten Sie diesen Marathon eigentlich durchhalten, Sie haben ja schlie\u00dflich auch in Deutschland das eine oder andere zu tun?<br \/>\nGute Frage. Tats\u00e4chlich w\u00e4re mir das alles ohne die Hilfe meiner Lebensgef\u00e4hrtin Antonia Schmid nicht m\u00f6glich gewesen. Sie begleitete mich auf meinen ersten Reisen, half mir bei der Studie und k\u00fcmmert sich heute um mein Haus, wenn ich rund sechs Monate im Jahr in Namibia verbringe. Diese Zeit vor Ort muss sein, denn mittlerweile sind noch weitere <a href=\"http:\/\/baeume.de\/trees-for-the-world\/zweigbaumschulen\">Zweigbaumschulen<\/a> in Namibia, ein <a href=\"http:\/\/baeume.de\/kindergarten-okahandja\">Kindergarten<\/a> f\u00fcr die M\u00fcllplatzkinder in Okahandja und weitere kleinere Projekte in Deutschland dazu gekommen.<\/p>\n<p>Eines der neueren Projekte hei\u00dft <a href=\"http:\/\/baeume.de\/trees-for-the-world\/logowald\">LogoWald\u00ae<\/a>. Was muss man sich darunter vorstellen?<br \/>\nLogoWald\u00ae ist das derzeitige Gro\u00dfprojekt von \u201eB\u00e4ume f\u00fcr Menschen \u2013 Trees for the World\u00ae\u201c. Es verbindet Aufforstung mit Marketing. Daf\u00fcr werden auf einem Gebiet von rund 1000 Hektar eine Million B\u00e4ume gepflanzt. Das Logo der Firma, die den Wald finanziert, wird in der Mitte ausgespart und ist somit von weit oben noch zu erkennen. Diese Logo-Aussparung dient dann zugleich als Brandschutzschneise, Wirtschaftsweg und Weideland.<\/p>\n<p><strong>\u201eB\u00e4ume f\u00fcr Menschen \u2013 Trees for the World\u00ae: Machen Sie mit!<\/strong><\/p>\n<p>Wenn Sie helfen m\u00f6chten k\u00f6nnen Sie eine Baumpatenschaft \u00fcbernehmen oder verschenken.Mit einer Baumpatenschaft oder Spende helfen Sie dabei, ein St\u00fcck Klimawald in Namibia wieder aufzuforsten \u2013 ganz einfach unter <a href=\"http:\/\/baeume.de\/spenden\">www.baeume.de\/spenden<\/a>. Weitere Informationen zum Projekt LogoWald\u00ae gibt es unter <a href=\"http:\/\/www.logowald.de\">www.logowald.de<\/a>.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;1300&#8243; img_size=&#8220;medium&#8220; alignment=&#8220;center&#8220; img_link_large=&#8220;yes&#8220; css_animation=&#8220;appear&#8220;][vc_single_image image=&#8220;1301&#8243; img_size=&#8220;medium&#8220; alignment=&#8220;center&#8220; img_link_large=&#8220;yes&#8220; css_animation=&#8220;appear&#8220;][vc_single_image image=&#8220;1302&#8243; img_size=&#8220;medium&#8220; alignment=&#8220;center&#8220; img_link_large=&#8220;yes&#8220; css_animation=&#8220;appear&#8220;][vc_single_image image=&#8220;1303&#8243; img_size=&#8220;medium&#8220; alignment=&#8220;center&#8220; img_link_large=&#8220;yes&#8220; css_animation=&#8220;appear&#8220;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text] Es war eine Baumschule in Afrika &#8230; \u201eB\u00e4ume f\u00fcr Menschen \u2013Trees for the World\u00ae\u201c ist eine international angesehene Nichtregierungsorganisation (NGO) mit Sitz in Weilheim, Oberbayern. 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