Archiv: Monat

Neues Projekt Bäume für Menschen jetzt auch in Bolivien

GEPOSTED AM 23. März 2003  - GEPOSTED IN Pressespiegel 2003

Weilheim – Gute Nachrichten hat der Vorsitzende der international engagierten Umweltorganisation ,,Bäume für Menschen – Trees for the World“, Gottfried Brenner aus Weilheim, zu vermelden. Das vorn Verein initiierte Aufforstungsprojekt im südwestafrikanischen Ondangwa läuft gut. Mit einer weiteren Aktion soll nun auch für die Menschen im entwaldeten Hochland von Bolivien eine grüne Zukunft geschaffen werden. Mit dem Aufbau einer Mutterbaumschule in Santiago de Huari in Bolivien wurde bereits begonnen, es stehen dafür zehn Hektar Land zur Verfügung. Pro Jahr sollen 30000 Bäume produziert und ein Netzwerk mit örtlichen Zweigstellen aufgebaut werden.

Auf einem Waldlehrpfad sollen heimische Baumarten für künftige Generationen gepflanzt werden. Von der ersten Stunde an arbeitet an diesem Aufforstungsprojekt Lukas Flugel mit. Der Penzberger ist zurzeit damit beschäftigt, das Gelände für die Pflanzung vorzubereiten.

Neues Projekt Bäume für Menschen jetzt auch in Bolivien

Kampf gegen den anhaltenden Kahlschlag

GEPOSTED AM 7. März 2003  - GEPOSTED IN Pressespiegel 2003

Präsident Nujoma lobt Aufforstungs-Projekt der Organisation Bäume für Menschen in Ondangwa

Windhoek – Präsident Sam Nujoma hat die Organisation Bäume für Menschen und deren Vorsitzenden Gottfried Brenner für ihren Einsatz im Bereich der Forstwirtschaft gelobt.

Ein Zivi mit Freiraum fürs Fernweh

GEPOSTED AM 4. März 2003  - GEPOSTED IN Pressespiegel 2003

Am Samstag fliegt der 21-jährige Lukas Flugel für 15 Monate nach Bolivien, um dort Wälder aufzuforsten Schlafen kann Lukas Flugel aus Penzberg schon seit einer Woche nicht mehr richtig. Schließlich sind es nur noch vier Tage, bis sich sein Traum erfüllt: Der 21-Jährige fliegt am 8. März für 15 Monate nach Bolivien, um dort seinen Zivildienst abzuleisten. , Ich wollte immer mal länger ins Ausland. Dass es nun sofort geklappt hat, ist der absolute Wahnsinn“, schwärmt er. Lukas wird mit der Weilheimer Organisation ,,Bäume für Menschen- Trees for the World“ nach Santiago de Huari gehen, um dort ein neues Projekt mit aufzubauen. Da die Waldbestände in dieser Gegend durch den Bergbau in der Kolonialzeit weitgehend zerstört wurden, ist das Ziel seiner Arbeit zunächst einmal die Aufforstung.

Außerdem möchte die Organisation durch Aufklärung an Schulen das Umweltbewusstsein von Kindern und Jugendlichen verbessern. ,,Ich bin schon sehr aufgeregt, weil ich nicht so genau weiß, was da auf mich zu kommt. Aber ich werde es auf jeden Fall durchziehen und mein Bestes geben. Schließlich habe ich fast zwei Jahre für eine Stelle im Ausland gekämpft“, erklärt Lukas. Weil der Traum von der Ferne von ziemlich vielen zukünftigen Zivis geträumt wird, ist es mehr als schwierig, eine dieser raren Stellen zu ergattern. Lukas hat sich insgesamt bei mehr als 60 Organisationen beworben. ,,Meistens nehmen die Vereine nur Leute, die schon eine handwerkliche Berufsausbildung haben“, erzählt er. ;,Die einzige Stelle, die ich gefunden habe, die Schüler nimmt, ist ,,Bäume für Menschen – Trees for the World.“

Aber auch hier musste sich Lukas gegen mehr als 1000 Bewerber durchsetzen‘ Hilfreich war vermutlich, dass er ein sehr aktiver Typ ist. Neben mehreren Alpenüberquerungen und Klettertouren war er auch lange Zeit Snowboardlehrer bei der evangelischen Skifreizeit. Außerdem hat er eine Zeit lang als Landschaftsgärtner gejobbt. ,,Schwere Arbeit hat mir eigentlich noch nie etwas ausgemacht“, sagt er, aber auch jetzt, wo ihm die Stelle sicher ist, wird von Lukas viel Eigenengagement erwartet. So ist er extra nach Madrid gefahren, um Spanisch zu lernen. Außerdem arbeitet er bei dem für das Projekt zuständigen Förster, um sich auf seine Arbeit vorzubereiten.

Weil er seinen Zivildienst im Ausland machen will, muss er insgesamt 15 Monate dafür opfern. Schließlich soll es sich auch für die Organisation lohnen. Zudem muss Lukas seinen Flug selbst finanzieren und verdient pro Monat gerade mal 80 Euro. das nimmt er aber gerne in Kauf: ,,Dafür wird mir ja einiges geboten. Ich habe die einmalige Chance, eine weitere Sprache und eine neue Kultur kennen zu lernen. Diese ganzen neuen Eindrücke, das sind sicher Bilder, von denen ich mein ganzes Leben lang zehren werde.“ Seine Freunde und seine Familie vermisst er allerdings schon jetzt. Schließlich wird Lukas in den nächsten 15 Monaten nicht die finanziellen Mittel haben, um ihnen einen Besuch abzustatten. ,,Es ist schon ein komisches Gefühl, dass meine Freunde jetzt alle ausziehen und ihre Ausbildung anfangen, und ich bekomm das alles nur aus weiter Ferne mit“, sagt der 21-jährige Penzberger.

Die Idee alles einfach hinzuschmeißen und hier zu bleiben, Iiegt ihm aber fern: ,,Dafür war der Aufwand einfach zu groß, und außerdem habe ich schon immer gesagt, dass ich unbedingt mal ins Ausland möchte. Das ist einfach mein Ding.“ Deshalb ist für ihn auch die Frage, was er nach dem Zivildienst anfangen wird, noch offen. Wer weiß, vielleicht wird er in der Entwicklungshilfe bleiben, vielleicht nach Afrika gehen. Das hat ihn schon immer sehr gereizt, sagt er. Woher sein Fernweh kommt, weiß Lukas nicht so genau: ,,Vielleicht habe ich es von meiner Mutter geerbt. Die war lange Stewardess.“

Der Förster vom Gaprivizipfel

GEPOSTED AM 3. März 2003  - GEPOSTED IN Pressespiegel 2003

Die neuen Gastarbeiter (4): Der Deutsche Entwicklungsdienst entsendet Forstwirte nach Namibia Im Kinofilm der Nachkriegszeit hieß der Förster Rudolf Prack. Auf der Pirsch war er entweder in der Lüneburger Heide oder im Silberwald, und bis er seine künftige Försterin traf, war sein bester Freund ein Rauhaardackel namens Rudi. Rudi und Herrchen legten bösen Wilderern und gierigen Grundbesitzern das Handwerk, Iöschten Waldbrände und beobachteten bei Sonnenaufgang die Ricke mit ihrem Kitz.

In den fünfziger Jahren wollten viele Jünglinge Förster und noch mehr Mädels Försterin werden. Gott sei Dank ist Jo Krug, 32, zu jung „irr solche Schmonzetten. Deshalb kann man annehmen, dass er aus vernünftigen Gründen Forstwissenschaften studiert. Sein Revier liegt auch nicht im Schwarzwald, sondern in Schwarzafrika, genauer in Katima Mulilo im äußersten Nordosten Namibias. Seit fünf Jahren lebt der Diplom-Forstwirt in der einstigen deutschen Kolonie, von deren Naturschönheit die Touristen schwärmen und die dennoch Land und Leute kaum ernährt. Zur nächsten namibischen Pizzeria sind es 500 Kilometer, und wenn er einen Verbiss an Bäumen sieht, weiß er, dass hier kein Reh, sondern ein Elefant zugange war.

Immerhin: ,,In vertretbaren Entfernungen gibt es alles wirklich Wichtige zu kaufen“, versichert Jo Krug und zählt auf: Brot. Seife, Getränke. Seit Oktober 2000 steht er in den Diensten des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) und baut in Zusammenarbeit mit der namibischen Administration eine kommunale Forstverwaltung auf. Ein Riesenprojekt: ,,Die Gemeinden vor Nordost-Namibia sollen in die Lage gesetzt werden, die Forst-Ressourcen innerhalb ihrer traditionellen Gemeindegebiete selbständig, nachhaltig und zu ihrem Nutzen zu bewirtschaften“, erläutert Krug den Projektauftrag.

,,Ich berate und unterstütze die Gemeinden beim Aufbau der Verwaltungsstrukturen, bilde für das Management und die Bewirtschaftung der Wälder verantwortliche Gruppen aus und erstelle mit den betroffenen Gruppen Bewirtschaftungspläne.“ Das klingt nach einem drögen Schreibtischjob. Doch Krug ist nicht in Deutschland. ,,Ich muss aus einer bestimmten Situation heraus Lösungen erarbeiten“, sagt er. ,,Dabei kann ich nur auf Handarbeit und nach unserem Verständnis mittelalterliche Werkzeuge zurückgreifen, etwa um Baumstämme per Hand zu Brettern zu verarbeiten oder einen geeigneten Holz-Ernteanhänger für Zugochsen zu entwerfen. “ Für High-Tech habendie Menschen in Namibia kein Geld.

Die meisten Förster in Deutschland arbeiten in einer Behörde mit festen Vorgaben, Abläufen, Besoldungsstufen und Dienstaltersregelungen. Für Jo Krug war das nichts. Abgesehen davon gibt es hierzulande nur wenige SteIIen für Forstwirte. An der Arbeit in Afrika reizte ihn, neben dem Leben in einer fremden Kultur, vor allem ,,die vielseitige Aufgabe, die Spielräume für meine eigenen Entscheidungen und die hohe Verantwortung gegenüber den Projektpartnern und den Erwartungen der Menschen vor Ort“.

Silozi und andere Soft Skills

 Als deutscher Förster steht Krug nicht allein auf Namibias weiter Flur. An dem Projekt arbeiten allein fünf andere Forstwirte aus Deutschland mit, die ebenfalls vom DED nach deutschem Recht angestellt sind und bezahlt werden. Schon aus beruflichen Gründen sehen sie sich oft, ,,mindestens alle drei Monate“, präzisiert Krug. Im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern beurteilt er die Wohnsituation als recht gut. Vor allem die Städte erfüllen schon fast europäische Maßstäbe: ,,Große Supermärkte, recht zuverlässige Telefonverbindungen, der Strom fällt selten aus.“ Auf diesem Kontinent verändern sich die Maßstäbe. Aus der deutschen Kolonialzeit sind keine Ressentiments übrig geblieben. ,,Die Zusammenarbeit mit den namibischen Kollegen ist sehr gut.

AIs Berater werde ich gern gesehen und sehr freundlich aufgenommen“, sagt Krug. ,,Auf dem Land wird zwar ein Fremder und dann noch ein Weißer – manchmal mit Misstrauen betrachtet, aber das legt sich schnell.“ Irgendwann möchte Krug nach Deutschland zurück, aber nicht so bald. Jetzt reist er erst einmal für ein paar Monate nach Hause, um seine Promotion abzuschließen. Danach will er seine Arbeit dem Projekt fortsetzen. ,,In den nächsten zehn Jahren würde ich gerne noch im Ausland arbeiten.“ In welchem Land? ,,Darauf möchte ich mich noch nicht festlegen.“ Krug spricht Englisch und hat im Land Afrikaans und Silozi gelernt. Damit kommt man auch woanders ein gutes Stück weiter.

In Namibia lebt es sich für kleines Geld. Die Lebenshaltungskosten sind höchstens halb so hoch wie in Deutschland. Und das soziale Niveau? Ärzte, Krankenhäuser, Schulen, kulturelles Angebot? ,,Das ist in den großen Städten wohl vergleichbar mit den ländlichen Gegenden in Deutschland“, sagt der Forstfachmann zögernd. Es klingt eher nach Hörensagen.

Denn da, wo Jo Krug lebt und arbeitet, ist fast alles eine ländliche Gegend, right in the MiddIe of Nowhere. Das nächste Kino liegt tausend Kilometer entfernt. Und da zeigen sie, welch ein Glück, keine alten deutschen Försterfilme.

Der Förster vom Gaprivizipfel

Förster Gaprivizipfel
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