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Solarstrom für die Wiederaufforstung

GEPOSTED AM 21. November 2011  - GEPOSTED IN Pressespiegel 2011

Wiederaufforstung mit Solarstrom?

 

Die Umweltorganisation Bäume für Menschen – Trees for the World e. V. aus dem bayerischen Weilheim setzt sich seit 1996 für den Schutz der tropischen Wälder ein. Ein zentrales Projekt: Auf einem 5 ha großen Areal in Ondangwa im Norden Namibias betreibt sie eine Baumschule als Basisstation für die Anzucht und Vermehrung von Sämlingen.

Von dort aus koordiniert sie auch ein Netzwerk lokaler Baumschulen, wodurch Aufforstungsprojekte in besonders degradierten Gebieten des Landes möglich wurden. In Ondangwa richtet Bäume für Menschen derzeit ein Umweltbildungszentrum ein, das der Bevölkerung ein Bewusstsein für Umweltthemen wie Waldwirtschaft, Abfallbehandlung und Energieversorgung vermitteln soll.

Gottfried Brenner, der Gründer von Bäume für Menschen, sagt, Ziel sei es letztlich, das Ernte-Prinzip in der Waldbewirtschaftung zu verbreiten: „Für jeden Baum, den ich ernte, muss ich auch einen pflanzen.“ Dazu sollen Trainings-, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen angeboten werden, die den jeweiligen Zielgruppen – von Spezialisten wie Forst- und Feldarbeitern bis hin zu Schülergruppen – das nötige Wissen zur Erhaltung und zum Wiederaufbau tropischer Waldressourcen vermitteln.

Gleich neben dem Zentrum sollen ein solar erfahrener Elektroinstallateur aus Windhuk und ein Kollege aus Ondangwa im Auftrag von Bäume für Menschen eine 100 kW-PV-Freiflächenanlage installieren. Zentrum und Baumschule liegen in einem Hochwasserschutzgebiet: Sie sind mit einem bis zu 2 m hohen Mauer gegen Überschwemmung geschützt. Zur Sicherheit werden die Module dennoch aufgeständert. Das Zentrum will den Solarstrom zu Marktpreisen und den regionalen Versorger verkaufen. Rund 30 % der Einnahmen sollen dazu dienen, die eigene Stromrechnung zu begleichen. Die Überschüsse dienen der Projektarbeit.

Das Zentrum befindet sich aktuell im zweiten Bauabschnitt und stellt eine Gesamtinvestition von 1,5 Mio. € dar. Ein viertel davon bringt Bäume für Menschen aus Spenden auf, den Rest trägt das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ).

„Wie bei allen unseren Projekten beziehen wir die einheimische Bevölkerung aktiv mit ein“, betont Brenner. Für das Bildungsangebot werde man eng mit führenden Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten, z. B. der Universität Namibia, der Landwirtschaftsschule Ogongo sowie den Universitäten Göttingen und Weihenstephan.

In einem weiteren Schritt benötigt man Insel- PV-Anlagen für die lokalen Baumschulen, um damit Bewässerungssysteme zu betreiben. Ein Beispiel sei ein 5 ha Waldstück bei Ottananga, das man vom Owambo-Stamm geschenkt bekommen habe. Hier werden man dauerhaft Wasser in einem 20 m hohen Speicherturm pumpen müssen. Ideal für einen Solar Betrieb.

Solarstrom für die Wiederaufforstung

Solarstrom für die Wiederaufforstung

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