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Von der Müllkippe in den Kindergarten

GEPOSTED AM 5. Dezember 2014  - GEPOSTED IN Pressespiegel 2014

Hohenpeißenbergs früherer Pfarrer, Pater Johannes Neudegger, hilft Buben und Mädchen, die in Namibia auf einer Deponie leben.

Der Müll reiht sich über hundert Meter aneinander. Nahe der Hauptstadt Windhuk erstreckt sich die größte Müllkippe Namibias, die Deponie ist mehr als ein Quadratkilometer groß. Mittendrin leben Menschen – in Hütten aus Pappen und Blech. In ihren wachsen Kinder auf, die kaum eine Chance haben, der Armut zu entfliehen. Hohenpeißenbergs früherer Pfarrer Pater Johannes Neudegger will ihnen helfen.

„Der kleine Wicht lief aus dem vielen Unrat heraus auf mich zu – voll vertrauen“, erinnert sich der Geistliche an seine erste Begegnung mit Simon. Als der Vierjährige ihn mit großen Augen ansah und strahlte, wusste der Missionsbenediktiner sofort, dass er den Buben unterstützen möchte. Kurzerhand wurde ein Platz im Kindergarten geschaffen, obwohl der eigentlich längst überfüllt war.

Die „Children´s Care St. Johannes“ wurde fast ausschließlich über Spenden finanziert, die in der Region gesammelt werden. Manche würden von einem Zufall sprechen, jedoch Pater Johannes ist sich sicher: „Der Herrgott hat seine Logistik gemacht.“

Dass er und Gottfried Brenner sich getroffen haben, ist für die Kinder ein Segen. Der ehemalige Hohenpeißenberger Pfarrer und Initiator von „Bäume für Menschen“ ermöglichen derzeit 15 Kinder zwischen drei und sechs Jahren den Besuch des Kindergartens. „Was viele Vergessen sind laufende Kosten“, sagt Brenner, als über das Projekt erzählt. Die monatliche Rechnung gehe weit über Strom und Personalkosten für Betreuerinnen und Köchin hinaus. Die meisten Kinder haben einen so weiten Weg, dass ein Fahrdienst nötig ist. Der muss ebenfalls finanziert werden.

Doch ein viel größeres Problem ist Platzmangel. „Am ersten Tag nach den Ferien stand standen so viele Kinder da, dass wir die meisten wieder heimschicken mussten“, so Pater Johannes. „Uns bleibt nichts anderes übrig, als anzubauen“, sagt er, doch fehlt das Geld. Zwar habe er „rund 500 bis 600 Freunde“, die regelmäßig für seine Projekte spenden und zu seinem 85 Geburtstag 10 000 Euro für einen Trinkwasserbrunnen aufbrachte, dennoch reichte das Geld nicht.

Pater Johannes hofft nun auf die Spendenbereitschaft im Landkreis und vor allem in seiner ehmaligen Pfarrgemeinschaft Hohenpeißenberg. Nur so könne er noch mehr Kinder von der Müllkippe retten, denn „jedes ist ein Schatz Gottes mit Ewigkeitswert“.

Von der Müllkippe in den Kindergarten

Rettung aus dem Müll

GEPOSTED AM 8. November 2014  - GEPOSTED IN Allgemein, Pressespiegel 2014

Ehemalige Hohenpeißenberger Pfarrer hilft Kindern in Namibia

Weilheim- Der Müll türmt sich hunderte Meter weit. Nahe der Hauptstadt Windhoek erstreckt sich die größte Müllkippe Namibias. Über rund einen Quadratkilometer erstreckt sich die Deponie. Mittendrin leben Menschen in notdürftigen Hütten aus Pappe und Blech. In ihnen wachsen Kinder auf, die kaum eine Chance haben, der Armut zu entfliehen. Einigen davon will Pater Johannes Neudegger helfen.

„Der kleine Wicht lief aus dem vielen Unrat heraus auf mich zu- vollen Vertrauen“, erinnert sich der Geistliche an seine erste Begegnung mit Simon. Als der Vierjährige ihn mit großen Augen ansah und strahlte, wusste der Missionsbenedikter sofort, dass er den Bub unterstützen möchte. Kurzerhand wurde ein Platz im Kindergarten für ihn geschaffen, um ihn aus dem Müll zu holen, obwohl der eigentlich längst überfüllt war.

„Die Children`s Care St. Johannes“ wurde fast ausschließlich über spenden finanziert, die in der Region gesammelt wurden. Manche würden von einem Zufall sprechen, doch Pater Johannes ist sich sicher: “ Der Herrgott hat seine Logistik gemacht.“ Dass er und Gottfried Brenner sich getroffen haben, ist für die Kinder in Namibia auf jeden Fall ein Segen. Der ehemalige Hohenpeißenberger Pfarrer und der Initiator von „bäume für Menschen“ ermöglichen derzeit 15 Kindern zwischen drei und sechs Jahren den Besuch des Kindergartens.

„Was viele vergessen, sind die laufenden Kosten“, sagt Brenner, als er über das Projekt erzählt. Die monatliche Rechnung geht weit über Strom und Personalkosten für Betreuerinnen und Köchin heraus. Die meisten Kinder haben einen so weiten Weg, dass ein Fahrdienst nötig ist. Der muss ebenfalls finanziert werden.

„Auch die Haus- und Grundsteuer wurde inzwischen eingeführt“, listet Brenner die Kosten auf. Doch ein noch viel größeres Problem ist die mangelnde Kapazität. „Am ersten Tag nach den Ferien standen so viele Kinder da, dass wir die meisten wieder heimschicken mussten“, erinnert sich Brenner an sie verzweifelten Familien, die ihrem Nachwuchs ein besseres Leben ermöglichen wollen. „Uns bleibt nichts anderes übrig, als anzubauen“, sagt Pater Johannes nachdenklich.

Denn momentan fehlt noch das Geld. Zwar habe er „rund 500 bis 600 Freunde“, die regelmäßig für seine Projekte spenden, und auch zu seinem 85. Geburtstag sammelte er 10 000 Euro für einen Frischwasser- Brunnen, dennoch genügt das Geld nicht. Der Pater hofft nun auf die Spendenbereitschaft im Landkreis und vor allem in seiner ehemaligen Pfarrgemeinde Hohenpeißenberg. Nur mit dieser Hilfe kann er noch mehr Kinder aus dem Alltag in der Müll Deponie befreien, denn für ihn ist „jedes ein Schatz Gottes mit Ewigkeitswert“.

Spende für die Organisation „Trees for the World“

GEPOSTED AM 1. November 2014  - GEPOSTED IN Pressespiegel 2014

Theatergruppe „Liber“ Spendet für die Organisation „Trees for the World

Jede Spende, welche bei ihren Aufführungen im April dieses Jahres zusammengekommen sind, spendete die Weilheimer Theatergruppe „Liber“ an die Umweltorganisation „Trees for the World“.

Auf den Cent genau betrug die Spende 873,29€ Diese wurde übergeben von der Theatergruppe an die in Weilheim ansässige Organisation.
„Wir haben uns das Konzept online angeschaut und fanden die Idee gut“, sagt  Ralf Kestermann über die Organisation.
„Die leisten ganz tolle Arbeit in Afrika, das wollen wir  unterstützen.“ „Trees for the World – Bäume für Menschen“ wurde von Gottfried Brenner  gegründet, der Verein ist in Namibia tätig, und hier vor allem in der Region Oshana im Norden des Landes. Dort fördert er mit Hilfe einer im Jahr 1999 gegründeten eigenen Baumschule verschiedene Aufforstungsprojekte und hat inzwischen auch einen Kindergarten eingerichtet. Bekannt wurde der Verein auch, weil er dem Buben David, der schwere Verbrennungen erlitten hatte, eine Operation in der Unfallklinik Murnau ermöglichte.

Spende für die Organisation "Trees for the World"

Spende für die Organisation „Trees for the World“

PDF Pressebericht Theater Liber

Ein Baum als Spende für die Zukunft

GEPOSTED AM 16. August 2014  - GEPOSTED IN Pressespiegel 2014

 

„Trees for the World“ bekommt finanzielle Unterstützung

Weilheim – Warum eine Spende immer mit einem Scheck übergeben? Etwas kreativer zeigten sich die Mitglieder der Theatergruppe Liber aus Weilheim. Sie übergaben Ihre Spende an den Verein „Bäume für Menschen – Trees for the World“ in Form eines kleinen Bäumchens, das mit vielen Geldscheinen geschmückt war.

Vorstandsvorsitzender des Vereins, Gottfried Brenner, nahm die Spende freudig entgegen. Das Geld stammt aus dem Erlös des letzten Stücks der Theatergruppe „Und dann gab´s keinen mehr…“.

Die Summe in Höhe von 874 Euro soll auf zwei Projekte aufgeteilt werden: Ein Teil soll der Baumschule und der zweite Teil dem Kindergarten in Namibia zu Gute kommen. „Die Leute gehen davon aus, dass von einer Spende immer was Neues gebaut wird. Dabei wird oft vergessen, was für enorme Unterhaltungskosten dort anfallen“, betont Brenner. Das Geld wird daher in die Versorgung der Kindergartenkinder und den Transport zum Kindergarten und zurück investiert.

Viele Kinder aus Okahandja in Namibia leben auf einem Müllplatz in selbstgebastelten Hütten aus Pappschachteln und Abfall. In dem Kindergarten, den kürzlich Pater Johannes aus Hohenpeißenberg geweiht hat, bekommen die Kinder etwas zu essen und zu trinken, können gemeinsam auf den angelegten Grünflächen spielen und werden von den beiden Kindergärtnerinnen betreut.

Theatergruppe „Liber“ spendet für Namibia

GEPOSTED AM 16. August 2014  - GEPOSTED IN Pressespiegel 2014

Theatergruppe „Liber“ spendet für Namibia

Alle Einnahmen welche bei ihren Aufführungen im April dieses Jahres zusammengekommen sind, spendete die Weilheimer Theatergruppe „Liber“ an die Umweltorganisation „Trees for the World“. Auf den Cent genau 873,29 übergab die Theatergruppe an die in Weilheimer ansässige Organisation.

„Wir haben uns das Konzept online angeschaut und fanden die Idee gut“, sagt Ralf Kestermann über die Organisation. „Die leisten ganz tolle Arbeit in Afrika, das wollen wir unterstützen.“ „Bäume für Menschen – Trees for the World“ wurde von Gottfried Brenner gegründet, der Verein ist in Namibia tätig, und hier vor allem in der Region Oshana im Norden des Landes.

Dort fördert der mit Hilfe einer im Jahr 1999 gegründeten eigenen Baumschule verschiedene Aufforstungsprojekte und hat inzwischen auch einen Kindergarten eingerichtet. Bekannt wurde der Verein auch, weil er den Buben David, der schwere Verbrennungen erlitten hatte, eine Operation in der Unfallklinik Murnau ermöglichte.

Theatergruppe "Liber"

Theatergruppe „Liber“

Trees for the World – Ein Gespräch mit Gottfried Brenner

GEPOSTED AM 14. April 2014  - GEPOSTED IN Pressespiegel 2014

Es war eine Baumschule in Afrika …

„Bäume für Menschen –Trees for the World®“ ist eine international angesehene Nichtregierungsorganisation (NGO) mit Sitz in Weilheim, Oberbayern. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, der Gefährdung der Ressource Wald als Grundlage menschlichen Lebens auf der Erde entgegenzuwirken. Die Umweltorganisation ist, transparent nach den Richtlinien des DZI, global ausgerichtet und seit 1996 in der Entwicklungshilfe auf dem afrikanischen Kontinent tätig.

Vorstandsvorsitzender und Initiator von „Bäume für Menschen – Trees for the World®“ ist Gottfried Brenner. Elisabeth Morgenstern traf ihn vor Ort in seinem Büro in Weilheim / Oberbayern und fragte ihn, wie er vor 20 Jahren eigentlich auf die Idee kam, ausgerechnet in Afrika eine Baumschule zu gründen. Seine Antwort erzählt die spannende Geschichte eines Mannes, der aus seinem Kindheitstraum ein international erfolgreiches Umweltprojekt machte.

Herr Brenner, ich falle jetzt gleich mal mit der Tür ins Haus: Was brachte Sie dazu, ausgerechnet in Afrika eine Baumschule zu gründen?
Da kamen eigentlich drei Faktoren zusammen. Als kleiner Bub war ich großer Tarzan-Fan. Meine Faszination für die Geschichte dieses „Waldmenschen“ blieb mir erhalten und so auch mein Traum, einmal auf seinen Spuren zu wandeln. Ich war 27, als mein Arbeitgeber mir die Chance gab, eine Auszeit vom Berufsleben zu nehmen und so machte ich mich auf den Weg nach Namibia. Ich landete in Windhoek, kaufte mir dort einen VW-Bus und fuhr dann quer durch den afrikanischen Kontinent zurück nach Hause.

Das erklärt Ihren Bezug zu Afrika. Aber wie kam es zur Baumschule?
Nun, neben Tarzan waren Bäume schon immer meine große Leidenschaft. Ich hatte als Kind auch eine klare Vorstellung davon, was ich später einmal werden wollte, nämlich Förster. Ich wollte mit dem Wald und mit Tieren arbeiten. Quasi als berufsvorbereitende Maßnahme begann ich deshalb als kleiner Bub, im Obstgarten meines Vaters Bäume zu pflanzen. Was regelmäßig zu Streit führte, denn mein Vater senste die Sprösslinge immer wieder ab. Er war der Meinung, das sei schließlich ein Obstgarten und kein Wald. Meine Mutter zeigte allerdings Herz für mein kindliches Baumschul-Projekt und rettete stets aufs Neue ein Exemplar. Heute wächst in diesem Garten tatsächlich ein kleiner Wald.

Das war dann also Ihr erstes Baumschulprojekt?
Ja, wenn Sie so wollen, auf jeden Fall war es der zweite Baustein auf dem Weg zur Grüdung von „Bäume für Menschen – Trees for the World®“. Der dritte formte sich während einer Adventsfeier im Jahr 1993. Damals war ich bereits Bezirksleiter der Deutschen Beamtenversicherung mit eigenem Büro. Ich saß mit alten Freunden und Bekannten in einem weihnachtlich reich dekorierten Lokal, betrachtete die ganze glitzernde Pracht um mch herum und dachte: „Jetzt sitzt’ scho wieder hier und hast noch immer nix Gscheits in deinem Leben gemacht.“ Na ja, und dann hatte ich die zündende Idee: „Ich gründe eine Baumschule in Afrika!“ Ich hab’s auch gleich laut gesagt, was meine Freunde einhellig mit „du spinnst!“ kommentierten.

Und wie ging’s dann weiter?
Ich blieb dabei. Gleich am Montag nach dieser Adventsfeier nahm ich Kontakt zu einigen afrikanischen Botschaften auf: Malawi, Kenia und Namibia. Alle drei zeigten durchaus Interesse an diesem Projekt und baten um eine schriftliche Anfrage. Nachdem die Schreiben losgeschickt worden waren, kam tatsächlich eine Antwort zurück – aus Namibia.

Wie, das klappte dann ganz einfach so?
Nein, natürlich war das erst ein allererster Anfang. Um in Namibia eine Baumschule eröffnen zu können, brauchte ich zunächst eine entsprechende forstwirtschaftliche Studie. Und ich musste viele weitere Behörden und Institutionen von meiner Idee überzeugen. So nahm ich Kontakt auf mit der DSE – Deutsche Stiftung für Internationale Entwicklung, heute GIZ – Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, und mit Prof. Dr. Hans Lamprecht, einem Experten für den tropischen Wald. Man zeigte sich durchaus angetan von meiner Idee. Prof. Dr. Ralph Mittlöhner von der Universität Göttingen, ebenfalls Experte für tropischen Waldbau, erarbeitete dann einen passenden Fragenkatalog.

Da waren also schon mal namhafte Experten mit im Boot. Doch wie kam der Fragenkatalog nach Namibia?
Die namibische Botschaft, damals noch in Bonn, organisierte eine Försterin mit Dienstauto vor Ort. So stand der Studie und einer Beantwortung des Fragenkatalogs nichts mehr im Weg. Ich fuhr gemeinsam mit der Försterin drei Wochen lang Tausende von Kilometer quer durch den bewaldeten Norden Namibias – so lange und so weit, bis alle Fragen beantwortet waren. Zurück in Deutschland führte ich die Antworten zusammen, verfasste die Studie und schickte sie an das BMZ – Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – sowie die GTZ – Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, heute Teil der GIZ.

Jetzt waren also die Behörden am Zug, sicher keine einfache Phase?
Sollte man meinen, aber da zogen nun wirklich viele mit mir an einem Strang. Zudem erwies sich der Zeitpunkt als perfekt, das Projekt stand unter einem guten Stern. Denn 1995 war ein Staatsbesuch des damaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl beim namibischen Staatspräsidenten Sam Nujoma geplant. Im BMZ arbeitete man sich durch die Studie, sogar übers Wochenende. BMZ und GTZ befanden die Idee für gut – der Kommentar der Chefetage: „Jetzt wissen wir über die Forstwirtschaft in Namibia Bescheid.“ Ich belagerte außerdem die Zuständigen für Natur und Umwelt im Bundeskanzleramt solange, bis man mir endlich versprach, die Studie an den Bundeskanzler weiterzuleiten. Tatsächlich sprach der beim Treffen mit Sam Nujoma über die Idee, in Namibia eine Baumschule zu gründen. Damit war der Startschuss für das Projekt gefallen.

Wann und wie wurde dann tatsächlich eine Baumschule Realität?
1996 wurde die Organisation „Bäume für Menschen – Trees for the World®“ in Deutschland gegründet. Bis die Baumschule in Namibia gebaut werden konnte, vergingen aber nochmal drei Jahre, denn die Suche nach einem geeigneten Standort gestaltete sich schwieriger als zunächst gedacht. Das lag zum einen daran, dass ich damals immer nur vier Wochen am Stück vor Ort sein konnte und somit eine kontinuierliche Suche nicht möglich war. In der restlichen Zeit war es sehr schwierig, mit den namibischen Gemeinden vor Ort in Kontakt zu bleiben. Zum anderen wurde zunächst in Zentral-Namibia nach einem Platz für die Baumschule gesucht. Erst später erkannte man, dass sich der Norden des Landes wesentlich besser eignete.

Warum eignete sich der Norden des Landes besser?
Ganz einfach, weil dort Bäume fehlten. Trotzdem war es nicht so leicht, eine Gemeinde zu finden, die sich von der Idee begeistern ließ, das notwendige Land zur Verfügung hatte und die schließlich auch noch mitmachte. 1999 waren auch diese Probleme gelöst und die Baumschule in Ondangwa konnte gebaut werden.

Hat sich die Politik auch weiterhin für das Projekt zumindest interessiert?
Tatsächlich war Sam Nujoma, damals noch Präsident der Republik Namibia, von dem Projekt sehr überzeugt und besuchte die Baumschule wiederholt. Er hat seinerseits auch „Bäume für Menschen – Trees for the World®“ immer wieder eingeladen. Später holte er unsere Baumschule auch für das „Ombuga Grasland Tree Planting Project“ (OGTPP) mit ins Boot. Wir lieferten die Bäume für das Projekt.

Hatte das einen besonderen Grund?
Unsere Baumschule arbeitet mit dem sogenannten „Luftwurzelschnitt“. Der sorgt dafür, dass die Pfahlwurzel der Sprösslinge, sobald sie eingepflanzt werden, vertikal Richtung Grundwasser und nicht spiralförmig weiterwächst. In Namibia, wo es ein halbes Jahr nicht regnet, ist es sehr wichtig, dass die Wurzeln möglichst schnell das Grundwasser erreichen. Die Bäume aus unserer Baumschule eignen sich also besonders gut für dieses trockene Land: Ihre Wurzeln finden auf schnellstem Weg Richtung Grundwasser.

Das Projekt ist also definitiv im Land angekommen und angenommen?
Ja, das kann man so sagen. Auch der neue Staatspräsident, Hifikepunye Pohamba, hat die Baumschule noch als Minister schon mehrfach besucht. Ich traf ihn in seiner Funktion als Staatspräsident einmal in Stuttgart und wurde von ihm nach Namibia in das Statehouse eingeladen. Dennoch würde alle Unterstützung von Seiten des namibischen Staates und der deutschen Bundesregierung nichts helfen, gäbe es nicht das Wohlwollen der Bevölkerung direkt vor Ort. Der Biodiversitätswald, der etwa 13 Kilometer entfernt von der Baumschule in Ondangwa aufgeforstet wurde, kann nur in Ruhe weiterwachsen, weil niemand dort illegal Bäume abholzt oder seine Herden hindurchführt.

Erforderte das viel Überzeugungskraft?
Ein solcher Respekt von Seiten der Dorfgemeinde und die damit einhergehende Kooperation ist keineswegs selbstverständlich. Zu verdanken haben wir die positive Resonanz einer älteren Frau, die von ihrer Dorfgemeinde „Oma“ genannt wird. Sie wohnt neben dem Wald und wacht über ihn. Sie meldet Löcher im Zaun, durch die Ziegen hinein gelangen könnten und weist Kinder zurecht, die Äste abbrechen. Ihr Wort und ein Königsgrab, das dort verborgen ist, haben soviel Gewicht, dass sie für weitaus mehr Schutz sorgen, als es jeder bewaffnete Wächter oder eine mannshohe Betonmauer könnte.

Wie konnten Sie diesen Marathon eigentlich durchhalten, Sie haben ja schließlich auch in Deutschland das eine oder andere zu tun?
Gute Frage. Tatsächlich wäre mir das alles ohne die Hilfe meiner Lebensgefährtin Antonia Schmid nicht möglich gewesen. Sie begleitete mich auf meinen ersten Reisen, half mir bei der Studie und kümmert sich heute um mein Haus, wenn ich rund sechs Monate im Jahr in Namibia verbringe. Diese Zeit vor Ort muss sein, denn mittlerweile sind noch weitere Zweigbaumschulen in Namibia, ein Kindergarten für die Müllplatzkinder in Okahandja und weitere kleinere Projekte in Deutschland dazu gekommen.

Eines der neueren Projekte heißt LogoWald®. Was muss man sich darunter vorstellen?
LogoWald® ist das derzeitige Großprojekt von „Bäume für Menschen – Trees for the World®“. Es verbindet Aufforstung mit Marketing. Dafür werden auf einem Gebiet von rund 1000 Hektar eine Million Bäume gepflanzt. Das Logo der Firma, die den Wald finanziert, wird in der Mitte ausgespart und ist somit von weit oben noch zu erkennen. Diese Logo-Aussparung dient dann zugleich als Brandschutzschneise, Wirtschaftsweg und Weideland.

„Bäume für Menschen – Trees for the World®: Machen Sie mit!

Wenn Sie helfen möchten können Sie eine Baumpatenschaft übernehmen oder verschenken.Mit einer Baumpatenschaft oder Spende helfen Sie dabei, ein Stück Klimawald in Namibia wieder aufzuforsten – ganz einfach unter www.baeume.de/spenden. Weitere Informationen zum Projekt LogoWald® gibt es unter www.logowald.de.

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